Fuchsjagd in Rittersgrün: Hatz auf dem Hammerberg

Nicole Kranich aus Lößnitz – Vorjahressiegerin in der Rolle des gejagten Fuchses – vor dem neuen Fuchs, Tim Meyer vom Rockstroh-Gut aus Rittersgrün beim Abschlussgalopp auf dem Hammerberg. Foto: Armin Leischel

In diesem Jahr stand die Traditionsveranstaltung ganz im Zeichen zweier Jubiläen. Zahlreiche Gäste schauten vorbei.

Breitenbrunn. Eine Hundemeute sucht, verfolgt und tötet den Fuchs; die Jagdteilnehmer folgen der Meute zu Pferde: In Deutschland ist diese Jagdmethode seit 1934 verboten. Deshalb müssen sich Tierschützer keine Sorgen machen, dass bei der traditionellen Rittersgrüner Fuchsjagd echte Füchse ihr Leben lassen müssen. „Unsere pferdesportliche Traditionsveranstaltung führen wir seit 1976 mit großem Zuspruch am ersten Oktobersonntag durch“, sagt Bernd Hentschel, Vorsitzender des Fördervereins Rittersgrüner Fuchsjagd. Dass sie dieses Jahr am Samstag stattfand, habe mit den zwei Ortspartnerschafts-Jubiläen zu tun, die bis gestern gefeiert wurden: 25Jahre Rittersgrün-Münstertal und 20 Jahre Rittersgrün-Nova Role.

Im Pferdesport war die Fuchsjagd die letzte Veranstaltung am Ende einer Turniersaison und wurde anfangs zu Ehren des Heiligen Hubertus am Hubertustag veranstaltet. Im Jahre 1976 trafen sich erstmals zur Durchführung der Fuchsjagd in Rittersgrün zwölf Reiter der damaligen Betriebssportgemeinschaft „Traktor Rittersgrün“.
Nach mehrjähriger Pause wurde durch den dazu neu gegründeten Förderverein „Rittersgrüner Fuchsjagd“ die Fuchsjagd am 3. Oktober 2004 wieder ins Leben gerufen. In den ersten Veranstaltungen wurde dem „Fuchs“ die Lunte im Galopp abgerissen. Seit der Wiederbelebung der Fuchsjagd wird – um Unfälle zu vermeiden – darauf verzichtet. Heute wird der schnellste Reiter nach dem Zieleinlauf im kommenden Jahr die Lunte als neuer Fuchs tragen.

Am Wochenende gehörte der Abschluss-Galopp mit 37Pferden zur 27. Rittersgrüner Fuchsjagd auf dem Hammerberg vor rund 1100 Zuschauern zum Höhepunkt der Veranstaltung. Tim Meyer vom Rockstroh-Gut aus Rittersgrün darf als neuer Fuchs im nächsten Jahr die 28.Auflage der Rittersgrüner Fuchsjagd anführen.

Bereits am Samstagvormittag beteiligten sich zwölf Mannschaften an einem Gaudi-Wettbewerb, darunter mit Tandem-Rasen-Ski, den Ortsvorsteher Thomas Welter organisierte und den der Schützenverein Rittersgrün gewann. „Ich war 2001 zum ersten Mal anlässlich der 750-Jahrfeier mit unserer Trachtengruppe nach Rittersgrün gekommen, bin heute zum zweiten Mal bei der Fuchsjagd als Zuschauerin dabei“, sagte Hildegard Schelb aus Münstertal. Die Zusammenkunft 2001 habe die Trachtengruppe wiederbelebt, heute zähle man bereits 100 Mitglieder. Gudrun Brandenberger gehört zu den 20 Trachtenträgern im Verein. Sie berichtete: „Was die Rittersgrüner mit der Fuchsjagd an Tradition auf die Beine stellen, muss man einfach erlebt haben.“

Petr Stehlik und David Niedermertl aus Nova Role erklärten wiederum: „Wir waren schon beim Gaudi-Lok-Ziehen im vorigen Jahr im Schmalspurbahnmuseum in Rittersgrün dabei und sind begeistert, was sich unsere Partner immer wieder einfallen lassen.“

Quelle: Freie Presse / von Armin Leischel

Fuchsjagd erlebt 27. Auflage

Daniela Donthová aus Altrohlau/Stará Role als Reiterin bei der Rittersgrüner Fuchsjagd 2017. Diesmal wirbt die Tschechin auf Plakaten für die Veranstaltung, kann aber wegen einer Handverletzung nicht starten. Foto: FörderVerein

Die Veranstaltung auf dem Hammerberg ist diesmal Bestandteil des Jubiläums der Ortspartnerschaften von Rittersgrün – deshalb findet sie anders als bisher schon am Samstag statt.

Rittersgrün: Etwa 70 Pferde, rund 25 Greifvögel und zirka zehn Jagdhunde – das sind die Hauptakteure zur 27. Fuchsjagd am 6. Oktober ab 13 Uhr auf dem Hammerberg in Rittersgrün. Anders als in den Jahren zuvor wird diesmal nicht an einem Sonntag, sondern an einem Samstag der „Fuchs“ gejagt. „Wir sind in diesem Jahr in die Partnerschaftsjubiläen von Rittersgrün eingebunden“, sagt Bernd Hentschel, Vorsitzender des Fuchsjagd-Fördervereins. „Deshalb wird die Fuchsjagd einen Tag vorgezogen.“ Die Rittersgrüner feiern derzeit ihre 20-jährigen Beziehungen zu Nova Role und die 25-jährige Partnerschaft mit Münstertal.

Um die Gäste aus Tschechien und dem Schwarzwald ins Geschehen einzubeziehen, gibt es am Samstag bereits ab 10 Uhr im Festgelände auf dem Hammerberg einen Gaudi-Wettkampf, zu dem 15 Teams erwartet werden. 13 Uhr beginnt dann die Hauptveranstaltung. Als „Füchsin“ mit der Lunte auf dem Rücken reitet Nicole Kranich. Die Lößnitzerin war voriges Jahr die schnellste Reiterin. Nach dem Geländeritt wird gegen 15.20 Uhr im Abschlussgalopp der neue „Fuchs“ ermittelt.

Der Förderverein stellte ein attraktives Programm auf die Beine. 70 Plakate werben in der Region. Neben vielen Aktionen zu Pferde zeigen Falkner aus Prag eine Flugschau mit Falken, Adlern, Geiern und anderen Greifvögeln. Hundeführer vom Verband für Gebrauchshunde stellen die Arbeit mit Jagdhunden vor. Im Umfeld sind Ponyreiten für Kinder sowie Kutschfahrten möglich, im beheizten Festzelt wird bewirtet. Vom Verein Partnerschaftskomitee zusätzlich organisiert, treten „de Spakerble aus dor Lautere“ ab 17 Uhr im Festzelt auf. Ab 19 Uhr – Eintritt frei – bittet das „Steinbergprojekt“ mit Ohrwürmern der vergangenen 40 Jahre zum Tanz.

Quelle: Freie Presse / vom (stl)

http://fuchsjagd-rittersgruen.com/256-2/

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